Tag 2: Es geht hoch hinaus

Der nächste Morgen begrüßte uns mit klarem Himmel. Der See glitzerte und die Berge verstecken sich hinter zarten Nebelschleiern. Ich freute mich darauf, den lieben langen Tag auf dem surrenden, schwarzen Pferd zu reiten und die Enten zu erschrecken. Doch Joachim hatte andere Pläne.

Walchensee mit Morgennebel
Monty erklimmt einen Felsen

"Heute geht es hoch hinaus", sagte er. "Und zwar auf den Herzogstand. Ich hoffe, du bist schwindelfrei."

"Ich habe noch nie geschwindelt", versicherte ich ihm.

Unterwegs erklärte er mir, dass der Herzogstand ein etwa 1700 m hoher Berg ist.

 

"Ach du Schreck. Wie soll ich kleiner Hamster denn einen so hohen Berg erklimmen? Ich werde Tage brauchen, um da raufzuklettern."

 

"Wir laufen nicht, wir fahren mit der Seilbahn", sagte Joachim. "Das geht ganz schnell."

 

Kurz darauf zeigte er mir das Seil, an dem eine Gondel hing, in der wir uns bequem nach oben tragen lassen konnten. Das Seil ist aus Stahl und so dick, dass ich fast darauf laufen konnte.

 

Monty auf dem Stahlseil

Die Aussicht von dort oben ist genial. Man kommt sich vor, als könnte man die ganze Welt sehen. Angeblich gibt es auf der Welt Berge, die noch viel höher sind. Kaum zu glauben.

Monty genießt die Aussicht

Stundenlang liefen wir auf dem Berg herum und genossen die Sonne. Joachim machte eine Million Fotos. Ich hätte gern eine eigene Kamera gehabt, denn aus der Hamsterperspektive sieht die Welt ganz anders aus.

 

Vor lauter Begeisterung über die schöne Gegend hätte ich fast vergessen, dass ich ja recherchieren sollte.

 

Hier ist meine zweite Information für Karatehamster Neo: Wenn man vom Reiten auf dem schwarzen, flachen Pferd genug hat, kann man Seilbahn fahren und die Aussicht genießen. Die Seilbahn ist rundum verglast, so wie der Käfig von Neo, Lee und Chan. Wenn man noch Streu hineinlegen und ein Laufrad aufstellen würde, wäre es der beste Hamsterkäfig der Welt.

Monty for der Sprungschanze

Nach einer Stärkung - so nennen es Menschen, wenn sie viel essen - ging es nach Oberstdorf zur Sprungschanze. Joachim bekam einfach nicht genug von den Höhenflügen. Wie sich herausstellte, wollte er aber gar nicht selber springen, sondern nur die riesigen Rutschbahnen besichtigen.

 

"Im Winter, wenn Schnee liegt", erklärte er mir, "dann kann man sich Skier an die Füße schnallen und die Schanze hinunterfahren, bis man abhebt. Das ist fast ein bisschen wie Fliegen."

 

Da bin ich vor Staunen in die Luft gesprungen!

 

Meine dritte Information für Neo ist: wenn man vom Reiten und Seilbahnfahren genug hat, kann man eine riesige grüne Rutschbahn hinunterfahren - vorausgesetzt es liegt Schnee und man hat sich Skier an die Pfoten geschnallt.

 

Da Neo sehr sportlich ist, würde es mich nicht wundern, wenn er das tatsächlich mal ausprobiert.